Die Geschichte der Posaunenchöre in Dortmund ist eng verbunden mit der Entstehung des "Jünglingsvereins 1853/54" in Dortmund. Hier sind als Gründer besonders der Superintendent Consbruch und Karl Prümer, Pfarrer der St. Marien-Gemeinde, zu nennen.
Zu den christlichen Vereinen dieser Zeit ist noch folgendes zu bemerken: Die Tätigkeiten der damaligen Vereine waren vielfältig und bezogen sich keineswegs nur auf Posaunenchöre. Im Vordergrund stand die Arbeit mit der Bibel. Dem untergeordnet waren Familienabende, Gemeindearbeit, Sport und Musik.
Neben Posaunenchören gab es noch andere Musikgruppen:
Gesang, Geigen, Zither, Trommler und Pfeifer.
Räumlich muss der Name "Reinoldi-Gemeinde" im Jahr der Gründung des Posaunenchores im Jahre 1904 und danach recht umfassend gesehen werden. Zur Reinoldi-Gemeinde gehörten eine Reihe von weiteren Kirchenbezirken. Erst im Jahre 1948 beschloss das Presbyterium, die Reinoldigemeinde in folgende 8 Gemeinden aufzuteilen: St. Reinoldi, Luther, Johannes, Markus (Rothkirch), Körne-Wambel, Melanchthon, Heliand und Paul-Gerhardt.
1904
Aus den beiden ehemaligen evangelischen Jünglingsvereinen der Johannes- und Reinoldibezirke wurde am 27.03.1904 der "Evangelische Jugendverein der Reinoldi-Gemeinde" gebildet. Vereinssekretär war Ernst Breidbach, der in diesem Jahr auch einen Posaunenchor mit 20 Mitgliedern gegründet und bis 1912 geleitet hat.
1906
1906 wurde das Johanneum (heute islamische Moschee) in der Kielstraße neu erbaut. Dort probte der Posaunenchor.
1907
Der "Evangelische Jugendverein der Reinoldi-Gemeinde" beschließt am 15.07.1907 eine Satzung für Instrumentalchöre.
Richtschnur ist der Psalm 98, 5 - 6: "Lobet den Herrn mit Harfen, mit Harfen und Psalmen. Mit Drommeten und Posaunen jauchzet dem Herrn, dem König."
Auszüge aus der Satzung:
...sollen durch Pflege der Musik zur Hebung des Vereinslebens beitragen und durch ihr Mitwirken bei Vereins- und Gemeindefesten diese Veranstaltungen fördern.
... Wer ohne Entschuldigung bei einer Übungsstunde, Feier oder einem Ausflug fehlt, wird mit einer Ordnungsstrafe bis 20 Pfennig, bei Zuspätkommen bis 5 Pfennig belegt...
... Es wird gewünscht von den Mitgliedern, daß sie die Kunst der Musik nie anders verwenden als im Dienst des Reiches Gottes...
...Nur mit Erlaubnis ... darf ein Instrument mit nach Hause genommen werden.
...Jedes Mitglied hat für sein Wohlverhalten im Chor eine Garantiesumme zu zahlen. Ein Mitglied des Posaunenchores zahlt bei seinem Eintritt 1 Mark, dann monatlich 50 Pfennig, bis die Höhe von 12 Mark erreicht ist...
Dieses Geld wurde verzinst. Es verfiel allerdings, wenn jemand nach mehrmaliger Ermahnung gegen die Satzung verstieß. Das Einverständnis zur Satzung wurde mit Handschlag und der Unterschrift gegeben.
(zur kompletten Satzung)
1933-1945
Während des Nationalsozialismus wurden die Tätigkeiten des Posaunenchores immer mehr eingeschränkt. Öffentliche Auftritte waren untersagt. Erlaubt war das Musizieren ausschließlich in der Kirche.
1945
Die Instrumente des Posaunenchores St. Reinoldi wurden während der letzen Kriegsmonate in den Turm der Johanneskirche eingemauert. So konnten die Proben nach Kriegsende wieder stattfinden.

Der Bläserkreis auf dem Turm der Reinoldikirche, Silvester 1958
1959
1959 zog der Posaunenchor zu den Proben in das inzwischen wieder errichtete Reinoldinum. Dort finden auch heute die Übungsstunden statt.

Die Bläser 1960 mit Erhard Grube (Mitte) an der Posaune
1973
1973 wurde aus "Posaunenchor Sankt Reinoldi" der Name "Bläserkreis an Sankt Reinoldi, Dortmund". Dieser Name hat sich bis heute nicht geändert. Seit 1969 sind wir dem Posaunenwerk angeschlossen und nicht mehr dem Westbund CVJM.

In der Marienkirche mit S. Fischbach (Mitte) und H.-W. Daub (3. v. links)
Die Chorleiter bis heute:
1904 - 1912 Ernst Breidbach (Vereinssekretär und Chorleiter),
1912 - 1913 Philipp Weirich,
1913 - ? August Holtz und Herr Walger (noch am 03.06.1934)
1945 - 1951 Daniel Wenz
1951 - 1967 Erhard Grube
1968 - 1984 Siegfried Fischbach (+ 25.01.2002)
1984 - 1995 Pfr. Hans-Walter Daub (+ 13.07.1995)
1995 - 2005 LKMD Gerolf Jacobi
2005 - Kantor Klaus Müller

2005 mit KMD Gerolf Jacobi (2. von links) vor der Reinoldikirche


